Archiv des Autors: Andreas Mack

Vorstand

stv. Vorsitzender – Jürgen Baader

Finanzreferenz – Andreas Mack

Beisitzerin – Magda Thienel

Beisitzer – Holger Scharff

Beisitzer – Jürgen Juchem

Chronik

Am Anfang stand der Wunsch eines schwer behinderten Verwaltungsbeamten (Kurt F. Schroth) nach einem ungezwungenen Urlaub, weg von weißen Kitteln und konservativer Hausordnung. Hierfür fühlte sich in Ludwigshafen 1970 noch niemand verantwortlich.

Nach vielen Gesprächen auf örtlicher und überörtlicher Ebenen und dank der Unterstützung des Sozialdezernenten der Stadt Ludwigshafen, haben wir in Ludwigshafen am 04.12.1971 die IBF gegründet. Unsere Organisation sollte soweit irgend möglich mit und nicht für Behinderte arbeiten und neben dem Angebot von Freizeitaktivitäten und Geselligkeit eine Integration unserer schwer behinderten Mitbürger in allen anderen Bereichen anstreben. Von vorneherein sollten möglichst viele nicht behinderte Freunde zur Mitarbeit gewonnen werden.

1972 wurde die IBF in das Vereinsregister eingetragen und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Wir waren uns bewusst, dass wir nicht alle Behinderten in Ludwigshafen erreichen können. Aber wir wollten einen Anfang wagen, Beispiele setzen, zur Nachahmung herausfordern, die Bevölkerung zu einem Umdenken – von passivem Mitleid, zur aktiven Prtnerschaft – bewegen. Heute ist der Anblick von behinderten Menschen im Rollstuhl nahezu selbstverständlich geworden; sie gehören zum Stadtbild.

Bereits 1972 starteten wir unsere erste 14tägige Freizeit nach Südtirol, die trotz aller erstmals zu überwindenden Schwierigkeiten sehr erfolgreich verlief. Mittlerweile sind es mehr als 40 Freizeiten geworden.

von 1972 bis 1976 wurde uns ein Teil der Schlechtwetterhalle auf dem Gelände der Stadtranderholung zur Verfügung gestellt. Es gab keine Toilette und keine Kochgelegenheit. Seit dazu die Möglichkeit vesteht, wird immer noch freitags an Clubabenden gekocht.

1976 wurde dann unser Treffpunkt an der Blies eingeweiht. Die Stadt Ludwigshafen, das Land Rheinland-Pfalz, die Technischen Werke und viele ortsansässige Firmen haben beim Ausbau mitgeholfen. 1982 konnten wir unsere Tagesstätte für schwerkörperbehinderte erwachsene Mitbürger eröffnuen. Mit ihrem allmählichem Wachstum wurde der Treffpunkt langsam zu klein. Eine Erweiterung im Jahr 1989 half nur kurzfristig die große Platznot zu lindern. Aufgrund der intensiver gewordenen Vereinsaktivitäten und der zunehmenden Tahl von Tagesstättenbesuchern wurde 2002 der Treffpunkt noch einmal erweitert.

Aufgaben

Eine der wichtigsten Aufgaben sieht die IBF darin, Schwerstkörperbehinderten, deren häusliche Betreuung ausgefallen ist, vor einer Heimunterbringung zu bewahren.

Mit Hilfe von Zivieldinstleistenden wurde 1984 der IBF-Gehinderten-Hilfsdienst (BHD) eingerichtet. Mit seiner Hilfe konnten bis zu 10 Betroffene in ihrer gewohnten Umgebung bleiben; auf diese Weise wurden ihnen weiterhin ein selbstbestimmtes spontanes Leben ermöglicht. Die würde auch des schwerstbehinderten Menschen zu bewahren ist unser höchstes Ziel.

Mit dem Rückgang der Anzahl an Ziviieldienstleistenden im Pflegebereich konnte der BHD in dieser Form nicht mehr aufrecht erhalten werden. Gemeinsam mit der Stadt wurde eine Service-Station errichtet, deren Qualität jedoch noch sehr unterschiedlich bewertet wird. Wir sehen darin einen ersten Anfang. „Daheim statt im Heim“ – wird weiterhin unser Motto bleiben.

Unabdingbar ist deshalb auch der seit Jahren überfällige Einstieg in eine solidarische gesetzliche Pflegeversicherung auf Bundesebene.

Der Gedanke ein Service-Haus zu bauen wurde von der Stadtverwaltung vor vielen Jahren aufgenommen, aus Kostengründer – aber auch wegen der noch fehlenden Eigendynamik des Vereins in dieser Frage – wurde eine Verwirklichung noch nicht erreicht. In Maudach endstand nunmehr eine Service-Wohnanlage. Die Überlegungen der IBF wurden dort nicht aufgegriffen, doch wird diese Anlage einigen Behinderten geeigneten Wohnraum bieten.

Barrierefreies Ludwigshafen

Der Beseitigung architektonischer Hindernisse galt von Anfang an unsere Aufmerksamkeit.

„Die Form folgt der Funktion“ – Dieser Grundsatz des Dessauer Bauhauses hat heute noch einen hohen Stellenwert. Erst muss alles funktionieren und dann muss es ästhetischen Ansprüchen genügen. Zur Barrierefreiheit darf es keine Konkurrenz geben; jede Missachtung dieses Gedankens grenzt Menschen aus.

Situationen, bei denen die Funktion nicht gegeben ist müssen bewusst gemacht werden, damit die Notwendigkeit ihrer Korrektur erkannt wird. Weinn bei der Planung die Barrierefreiheit berücksichtigt wird, ist der Neubau nicht teuer und erspart später umso teurere Korrekturen: Randsteine wurden auf unsere Initiative in der Stadtmitte durch Bitumenaufschüttungen rollstuhlfreundlich gestaltet, mit der Stadtverwaltung konnte vereinbart werden, dass Bürgersteige an Kreuzungen und Übergängen bei Reparaturenabgeflacht werden. Bei der Planung von Fußgängerzonen Ende der 70er und 80er Jahren war der rollstuhlgerechte Ausbau bereits selbstverständlich.

Leider nicht beim Bau der Straßenbahnhaltestelle in Tieflage: Hauptbahnhof, Gartenstraße und Hemshofstraße. Große Ausnahme: Heinrich-Pesch-Haus. Inzwischen sollen alle öffentlichen Gebäude rollstuhlgerecht ausgebaut werden. Die Stadtverwaltung hat auf unsere Anregung einen Bauingenieur mit der Überprüfung ihrer Baupläne beauftragt.

Fahrdienst

Eine ergänzende Maßnahme zum rollstuhlgerechten Bauen war unser IBF-eigener ehrenamtlicher Fahrdienst für unsere behinderten Mitglieder mti gespendeten FAhrzeugen. Maßgeblich wurden wir dabei unterstützt von unserem Oberbürgermeister, unserem Sozialdezernenten, der Aktion Sorgenkind (Aktion Mensch), der Aktion 72 und nicht zuletzt durch eine Spender des Kuratorium ZNS, der BASF und vielen ehrenamtlichen Fahrern.

1977 richtete die Stadt einen Beförderungsdienst für schwerbehinderte Bürger ein. Nach dessen Zusammenbruch im Jahr 1982 wurde mit maßgeblicher Hilfe der IBF eine für Stadt und Behinderte tragbare und kostengünstigere Neuorganisation des Fahrdienstes vorgenommen.

Öffentlicher-Personen-Nahverkehr (ÖPNV)

In den 70er Jahren konnten die öffentlichen Verkehrsmittel kaum genutzt werden. In die Busse und Bahnen musste man über 3 hohe Stufen steigen. Die Niederflurtechnik mit Rampe sollte die Lösung sein. Heute werden bei den Bahnen die Haltestellen so hoch gebaut, dass man ohne Hilfsmittel in die Bahn fahren kann. Die Busse werden vom Kasseler Bord aus bedient. Viele Haltestellen wurden inzwischen richtig gebaut, viele sind noch zu korrigieren. Eine Übersicht über die geeigneten und noch nicht geeigneten Haltestellen ist unten beigefügt. Das gilt vor allem für das Rathaus, bei dem mittlerweile – wohl auch auf unser Wirken hin – Fahrstühle installiert wurden, das Klinikum, den Bahnhof, die Kaiser-Willhelm-Straße, die Ludwigstraße, den Hans-Wasch-Platz und die Haltestelle Am Schwanen.

Der Bau der Haltestellen am Hans-Warsch-Platz und Am Schwanen werden von Bahn und Bus angefahren. Doch wurde aus ästhetischen Gründen der geraden Linie, also einer durchgehend gleichen Höhe des Bahnsteigs der Vorzug gegeben. In die Bahn kann man nur mühsam oder gar nicht einsteigen, bzw. aus ihr aussteigen. Hier wird aus ästhetischen Gründen ausgegrenzt. Die Haltestelle am Klinikum wurde auf Beschluss des Ortsbeirates nicht ausgebaut, weil dann Parkplätze verloren gegangen wären, was ebenfalls eine Ausgrenzung bedeutet.

Dank den Helfern

All die vielen Aktivitäten wären ohne unsere ehrenamtlich helfenden Freunde nicht möglich. Ihnen allen gilt der Dank der IBF, aber auch allen Institutionen, Firmen, Vereinen und Privatpersonen, die uns über viele Jahre hinweg begleitet haben.

Das Team

Tagesstättenleitung und Betreuung – Jennifer Mack

Betreuung – Christiane Kuckelkorn

Betreuung – Kerstin Lies

Küche – Martina Baader

Fahrdienst – Beate Miletic

Der steinige Weg

Konzepte mussten erstellt und bei der Stadtverwaltung und Landesregierung eingereicht und Verhandlungen mit dem Arbeitsamt geführt werden, damit das Projekt, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, genehmigt wurde. Die Energie und dem Arbeitseinsatz unseres damaligen Vorsitzenden Kurt F. Schroth und unserer ehemaligen Finanzreferentin Monika Schroth ist es zu verdanken, das schließlich am 1.12.1982 mit einem Probelauf begonnen werden konnte.
Zu diesem Zeitpunkt war die Einrichtung längst nicht mehr nur zur Freizeitgestaltung der Vereinsmitglieder konzipiert, sondern für schwerkörperbehinderte Rollstuhlfahrer, die nicht berufstätig sein können und, die ihre meiste Zeit zu Hause verbringen.
Raumprobleme gab es keine, denn die Tagesstätte konnte zu den Räumen des IBF Treffpunktes ihre Pforten öffen. Als vorteilhaft erwies sich die ruhige Lage mitten im Naherholungsgebiet „Große Blies“, mit einem einladenden Freizeitgelände. Damals, wie heute, standen ein Aufenthaltsraum, ein Raum für sportliche und gymnastische Übungen, eine Küche sowie rollstuhlgerechte Toilettenanlagen zur Verfügung.

Am 13. Januar 1983 entschloss sich der erste Behinderte, die Tagesstätte regelmäßig zu besuchen und über die Jahre vergrößerte sich die Tagesstätte.

Obwohl durchaus ein Bedarf nach einer Einrichtung, wie unserer Tagesstätte, bestand, gelang es nur langsam, Betroffenene durch Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen und die Schwellenangst und die Vorurteile über einen Heimcharakter abzubauen.
Diese Hürde konnte nur durch eine entsprechend lange Anlaufzeit und eine Mund-zu-Mund-Propaganda überwunden werden.

Mittlerweile ist die Tagesstätte nicht mehr wegzudenken. Sie ist nicht nur ein Faktor zur Integration der Rollstuhlfahrer in die Gesellschaft und eine Bereicherung der Freizeitgestaltung, sondern für die Mehrzahl der Behinderten ein wesentlicher Bestandteil ihrer Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Würde dieser Teil der Versorgung wegfallen, wäre in vielen Fällen schon jetzt eine Heimunterbringung unvermeidlich. Für alle Besucher ist die Einrichtung sowei auch der Verein ein Hoffnungsträger, um die absehbare Zukunft in Freiheit und Selbstbestimmung bewältigen zu können.

Wozu überhaupt?

Durch die Tagesstätte soll schwerstkörperbehinerten Rollstuhlfahrern die Möglichkeit geboten werden, aktiv zu sein und der häuslichen Isolation zu entgehen. Ebenso soll eine Heimunterbringung möglichst vermieden werden. Die pflegenden Angehörigen können nicht immer für ihre Schützlinge da sein, zum Beispiel wegen krankheits- oder altersbedingtem Ausfall. Aber auch bereits im Vorfeld dieser Situation sollen die Angehörigen, welche bei der Betreuung der Körperbehinderten oft bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert werden, Entlastung erfahren. Spannungen zwischen den Famiienangehörigen, die selbst nicht mehr gelöst oder abgebaut werden, könne damit reudziert werden.

Geboren wurde die Idde, eine Tagesstätte aufzubauen, in einer der vielen Urlaubsfreizeiten der IBF. Es wurde bedauert, dass außerhalb des gemeinsamen Urlaubs keine Möglichkeiten für Kotakte und Freizeitgesatltung tagsüber bestanden. Aufgrund der Berufstätigkeit der meisten ehrenamtlichen Helfern konnten die Aktivitäten nur abends und an Wochenenden angeboten werden.

Von der Idee bis zur Eröffnung unserer Tagesstätte vergingen jedoch mehrere Jahre.

In der Tagesstätte

In der Tagesstätte stehen der Kontakt zu anderen Menschen und die Teilnahme am geistigen und kulturellen Leben im Vordergrund. Darüber hinaus wird ein ständig wechselndes Programm geboten, wie zum Beispiel Werk- und Bastelarbeiten, Filmnachmittage, Sprachkurse und Ausflüge. Weiterhin werden Besuche kultureller Veranstaltungen, Diskussionen, Urlaubsfahrten, Schwimmen, Krankengymnastik, Ergotherapie sowie Beratung in sozialen und allgemeinen Lebensfragen und Hilfsmittelberatung angeboten. Jeder Besucher kann jedoch seinem eigenen Hobby nachgehen und aktiv an der Programmgestaltung teilnehmen.

Fahrdienst

Die IBF unterhält einen eigenen Fahrdienst mit Spezialfahrzeugen für Rollstuhlfahrer (Kleinbusse, PKW), der die Besucher täglich kostenlos abholt und wieder nach Hause bringt.

Küche

Wir bieten täglich ein warmes Mittagessen, das in unserer Küche zubereitet wird. Der Speiseplan wird von den Besuchern gemeinsam erstellt.

Kosten

Der Besuch der Tagesstätte ist bis auf die Kostenbeteiligung für das Mittagessen und Ausflugsfahrten u.ä. in der Regel kostenlos, da die entsprechenden Personal- und Sachkosten von Stadt und Land übernommen werden.

Die Räumlichkeiten

Es stehen ein Aufenthaltsraum, zwei Gruppenräume, ein Raum für sportliche- und gymnastische Aktivitäten, eine Küche sowie rollstuhlgerechte Dusch- und Toilettenanlagen zur Verfügung. Durch die Erweiterung im Jahr 2003 konnten ein Medienraum und eine Gelegenheit zum Ruhen geschaffen werden. Außerdem gibt es noch eine kleine Bastelwerkstatt und einen Computerraum mit Internetzugang. Alle Räume sind selbstverständlich ohne Treppen und durch ausreichend breite Türen zu erreichen.

Die IBF-Tagesstätte

Mittlerweile kommt täglich eine Gruppe Schwerkörperbehinderte zu uns, die von ganz- und halbtagsbeschäftigten Mitarbeitern alle erforderlichen Hilfeleistungen erhalten. Der Besuch der Tagesstätte kann auch – zum Beispiel bei begrenzten Ausfall von Betreuungspersonen – kurzzeitig in Anspruch genommen werden.

In der Tagesstätte sind alle Altersgruppen vertreten, sodass Neulinge schnell Kontakt finden. Auch junge Körperbehinderte, die nicht in den Arbeitsprozess eingegliedert werden können oder die auf den Eintritt in das Erwerbsleben warten, werden angesprochen.Die Tagesstätte befindet sich im:

IBF-Treffpunkt, Große Blies
Niebelungenallee 1b
67059 Ludwigshafen

Tel.: 0621 514121
E-Mail: mail@ibf-lu.de
 

mitten im Naherholungsgebiet Große Blies. Dank der ruhigen Lage in einem einladendem Freigelände kann man schnell die hektische Großstadt vergessen.